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Christliche Schule keine deutsche Besonderheit

Schulleiter der August-Hermann-Francke-Schulen auf europäischer Verbandskonferenz in Budapest

 

Christliche Schulen sind keine deutsche Besonderheit, es gibt sie weltweit. Etwa zur selben Zeit, Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts, begannen sich größtenteils unabhängig voneinander überall auf der Welt, in Amerika, Europa, Asien und Afrika christliche Bekenntnisschulen zu gründen. Viele dieser Schule sind mittlerweile in Verbänden organisiert um den Zusammenhalt zu fördern, Fortbildungen anzubieten und anderen Schulen bei deren Gründung zu unterstützen. Die August-Hermann-Francke-Schulen in Lippe haben sich schon vor längerer Zeit mit etwa 180 Bekenntnisschulen im VEBS (Verband evangelischer Bekenntnisschulen) zusammengeschlossen, der diese Aufgaben für Deutschland wahrnimmt. Zu den weltweiten Verbänden gehört die Association of Christian Schools International dem etwa 24.000 Schulen angehören.

 

In diesem Jahr fand in Budapest eine Konferenz der europäischen Schulen dieses Verbandes statt. Die etwa 180 Teilnehmer kamen aus 20 Nationen, davon 18 aus Europa. Von Jordanien bis Finnland und Spanien bis zur Ukraine waren vor allem Schulleiter und Vorstandsmitglieder angereist. Die AHF-Schulen waren durch die Schulleiter und den Geschäftsführer in Budapest vertreten. Ingo Krause, Schulleiter der AHF-Gesamtschule Detmold zieht positive Bilanz: „Neben guten Fachvorträgen waren es vor allem die Begegnungen mit Vertretern anderer europäischer Schulen, die uns schwer beeindruckt haben.“

 

In nur wenigen Ländern Europas unterstützten Regierungen evangelische Bekenntnisschulen so wie das in Deutschland der Fall ist, wo das Recht auf eine Bekenntnisschule sogar im Grundgesetz in Artikel 7 verankert ist. Die meisten haben mit mangelnden Finanzen, öffentlichem Druck und straffer Kontrolle durch den Staat zu kämpfen. „Aber das hält Christen in diesen Ländern nicht ab, die christliche Werte in und durch christliche Schulen in ihre Länder zu tragen. Und Gott segnet das“, so Krause. Die Zahl der Schulen wächst gerade in den ehemaligen kommunistischen Ländern an, der Bedarf sei groß. Zu den stark wachsenden Ländern gehören Rumänien und Ungarn, dort gibt es relativ gute Rahmenbedingungen. In anderen Ländern wie der Ukraine oder Moldawien zahlt der Staat nichts für die Schulen, dort findet Unterricht unter teilweise erbärmlichen Bedingungen statt. Krause berichtet: „So haben wir eine Schulleiterin getroffen, Julia Atkova, die eine Schule mit etwa 340 Kindern leitet. Täglich holen sie und ihr Mann etwa 170 von ihnen aus Waisenheimen rund um ihre Schule ab. Ihr Mann ist dabei der Busfahrer, sie selbst ist Putzfrau der Schule, weil sie sich kein Reinigungspersonal leisten können, daneben ist sie Schulleiterin, Seelsorgerin, Köchin der Schule, wobei der Staat für die Beschulung und Fahrt der Waisenkinder keinen Cent zahlt. Und trotzdem erzählt sie tapfer davon, dass Gott sie an diesen Platz berufen hat und sie ihm mit Freude dort dient.“ Allein die Busfahrt zu der Konferenz in Budapest kostete einigen Teilnehmern so viel, wie ein Monatsgehalt eines Lehrers in Bulgarien. Wir profitierten die westlichen Teilnehmer von der Inspiration der Opferbereitschaft dieser „armen“ Schulen und durften sie als „Reiche“ mit Geld und Sachspenden unterstützen. Das ist der eigentliche Wert dieser Konferenzen: gelebte und erlebte Nächstenliebe in der großen Familie Gottes.