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Allgemeine Schulbildung in Deutschland – Das Vermächtnis der Reformation

Lehrer der August-Hermann-Francke-Schulen beim Jubiläumskongress der Verband evangelischer Bekenntnisschulen

Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen feierte sein 10-jähriges Bestehen und blickte dankbar auf zehn Jahre bewegende Geschichte zurück. Hoffnungsvoll möchte der Verband aber auch in die Zukunft blicken und schauen, mit welchen Herausforderungen und Freuden sich evangelische Bekenntnisschulen beschäftigen werden. Über 200 Freunde, Mitarbeiter und Unterstützer der christlichen Schulen und des Verbandes waren gekommen, gemeinsam den vergangenen Weg zu beleuchten, aber auch sich für die Zukunft auszurüsten.

 

Der Hauptredner des Jubiläumskongresses war der indische Theologe, Philosoph und Sozialreformer Prof. Dr. Vishal Mangalwadi, der in Deutschland durch sein Buch „Das Buch der Mitte: Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur“ bekannt wurde und nun daraus referierte. Er stellte dar, wie die Bibel über Jahrhunderte hinweg immer wieder Menschen inspirierte und Kultur erschuf. Ob Menschenrechte, technologischer Fortschritt, Musik, Architektur oder Demokratie-Entwicklung: Immer stand die kulturprägende Kraft der Bibel jenen Menschen zur Seite, die die Welt mit neuen Innovationen beschenkten. Daraus schlussfolgerte Mangalwadi für die Bildung, dass sie wieder stärker Inhalte der Bibel, wie die 10 Gebote oder auch die Bergpredigt, unterrichten vermittelt sollte.

 

„Was in Deutschland vor 500 Jahren begann, wirkte sich selbst auf die untersten Kasten in Indien aus“, so Mangalwadi. Weil jeder Christ nach Luther ein Hauspriester sei, müsse er seinen Kindern Lesen und Schreiben beibringen, damit sie die Bibel verstehen können. Dieser Gedanke sei neu gewesen und sollte wesentlich zur Durchsetzung der allgemeinen Schulbildung in Deutschland beitragen. Die römisch-katholische Kirche initiierte die Gründung von Universitäten (und nicht der Staat), aber nur wenige Kinder besuchten Schulen. Luthers zweithöchstes Anliegen sei gewesen, nach der Reform der Kirche, die Bildungsreform anzustoßen. Die Begründung der allgemeinen Bildungspflicht sah Luther darin, dass Gott Eltern auffordert, seine Anordnungen und Gebote an ihre Kinder weiterzureichen. So forderte Luther die Eltern auf, nicht in erster Linie wirtschaftliche Interessen zu verfolgen, sondern schulische Bildung an höchste Stelle zu setzen.

 

Zum Jubiläumsgottesdienst am Sonntag kam der Theologe und Journalist Helmut Matthies, Leiter der christlichen Nachrichtenagentur idea Spektrum, der die Zuhörer darauf aufmerksam machte, dass es keinen Grund gibt, sich zu fürchten. Wenn wir in die Geschichte sehen, stellen wir Gottes Wirken unter anderem darin fest, dass einige der brutalsten politischen Systeme in diesem Jahrhundert zusammengebrochen sind (vgl. Kommunismus, Drittes Reich, DDR). Musikalisch begleitet wurde das Wochenende von Liedermacher Jörg Swoboda und Pianist Andreas Reimann, die mit ihren Liedern und Geschichten die Teilnehmer auf die Kongressthemen eingestimmt hatten. Eine Reihe von Workshops und die Ausstellungsflächen boten die Möglichkeit, sich u. a. über neue Entwicklungen auf dem Schulbuchmarkt zu informieren und sich in verschiedenen Fachbereichen fortzubilden.

 

 

Im Rahmen des Reformationsjubiläums gastiert Europas größtes biblisches Wandermuseum in der Zeit vom 19.03.2017 bis zum 09.04.2017 in Detmold. In dieser Zeit werden in Detmold von Kirchengemeinden und christlichen Institutionen (als Aktionsbündnis „Bibel für Detmold“) zahlreiche Veranstaltungen rund um die Bibel angeboten. So wird auch Prof. Dr. Vishal Mangalwadi zum Vermächtnis der Reformation für Europa u.a. am 09.04.2017 in der Stadthalle in Detmold sprechen.

 

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis und den Veranstaltungen später unter www.bibel-fuer-detmold.de